Wie sich die Corona-Krise auf den Immobilienmarkt auswirkt - Einschätzung eines Branchen-Experten

Beitrag von Silke Glauninger • 22.04.2020 • 12:23
Wie sich die Corona-Krise auf den Immobilienmarkt auswirkt - Einschätzung eines Branchen-Experten

Die Folgen der Corona-Krise machen auch vor der Immobilienbranche nicht halt. Doch die Auswirkungen sind differenziert zu betrachten. Wir haben hier die Einschätzung eines Immobilienprojektentwicklers zusammengefasst.


Das Thema Corona löst bei vielen eine Krise aus – in Unternehmen, als auch privat. Wird die derzeitige Situation dazu führen, dass vermehrt Immobilien verkauft werden müssen? Und wird dadurch womöglich eine Instabilität am Immobilienmarkt ausgelöst? Werden Immobilienpreise fallen? Sollte man jetzt in Immobilien investieren? Welche Alternativen gibt es, wenn man nicht genügend Eigenkapital zum Kauf einer Wohnung hat?

Wolfgang Deutschmann nutzte das ROCKETS Webinar #2 zum Thema Immobilieninvestments, um diese und weitere Fragen an Markus Ritter, Vorstandsvorsitzender der C&P Immobilien AG, zu stellen. Nachfolgend haben wir eine Auswahl der Fragen und Antworten für Sie zusammengefasst.


“Ich glaube nicht an eine Instabilität in der Immobilienbranche”

Grundsätzlich sei gesagt: Egal von welcher Branche man spricht, die Auswirkungen der Corona-Krise sind allerorts zu spüren – mal mehr, mal weniger. Markus Ritter dazu: “Grundsätzlich: Jeder, der derzeit keine Reserven zur Verfügung hat, ist womöglich mit Problemen konfrontiert. Je nach Branche ist man natürlich mehr oder weniger betroffen. Der Immobilienmarkt als solcher ist von der derzeitigen Corona-Krise allerdings eher peripher betroffen. Obwohl man auch hier zwischen einzelnen Anlageklassen unterscheiden muss.”

Wohnimmobilien seien mit Sicherheit am schwächsten getroffen, so der Experte, während Gewerbeimmobilien teilweise und touristische Immobilien vergleichsweise am meisten von der Corona-Krise betroffen sein würden. Abhängig vom Ausmaß der Betroffenheit kann das natürlich dazu führen, dass Immobilien verkauft werden müssen. Grundsätzlich könne es in jeder Anlageklasse Fälle von Unternehmen und Privatpersonen geben, die so wenig Liquidität gehalten haben, dass sie jetzt verkaufen müssen. “Wir glauben allerdings nicht, dass das zu einer Instabilität der (Wohnungs-)Immobilienbranche führen wird”, so Markus Ritter.

Werden Immobilienpreise jetzt fallen?

Im Wohnungsimmobiliensegment glauben wir nicht an Instabilität oder sinkende Preise – aber vorerst auch nicht an Wertzuwachs. Sehr wohl wird das eine oder andere auf den Markt kommen. Wir glauben aber, dass der Markt das so schnell aufnehmen wird, dass es keinen Preisverfall geben wird. Mittel- und langfristig, behaupte ich, wird es jedenfalls in diesem Sektor einen Wertzuwachs geben. Zeitversetzt wird das durchaus auch wieder in anderen Immobiliensektoren möglich sein”, prognostiziert Markus Ritter im Webinar.

In den letzten Jahren konnte man noch einen deutlichen Aufwärtstrend am Wohnimmobilienmarkt erkennen. Ein Auszug aus dem Handelsblatt beschreibt den “längsten Aufschwung, den der deutsche Wohnimmobilienmarkt bisher gesehen hat.” Seit Ende 2008 sind Kaufpreise und Mieten für Häuser und Wohnungen gestiegen, wobei Eigentumswohnungen ihren Wert verdoppelt haben. Ein- und Zweifamilienhäuser legten im bundesweiten Mittel um fast 70 Prozent, Mieten um knapp 40 Prozent, zu. Zwar wird sich jetzt “eine Pause abzeichnen” aber wird sich dieser Trend nach der “Corona-Krise” wieder fortsetzen?

Markus Ritters Meinung dazu: “Jedenfalls im Bereich der Wohnungsimmobilien wird sich der Aufwärtstrend fortsetzen. Bei Tourismusimmobilien ist in dieser Trendkurve eher eine ‘Delle’ zu erwarten, also, dass die Preise nach unten gehen und man günstiger kaufen kann, als es sonst der Fall gewesen wäre. Bei gewerblichen Immobilien kann das auch der Fall sein, auch wenn nicht so stark wie im Bereich der Tourismusimmobilien. Mittel- und langfristig glauben wir aber an eine Weiterentwicklung – wenn auch je nach Assetklasse etwas zeitversetzt.”

Sollte man derzeit in Immobilien investieren?

Vergleicht man Immobiliensegmente mit den Ereignissen an der Börse, scheinen Immobilieninvestments noch eher stabil zu sein. Ist es jetzt ein guter Zeitpunkt um mit Investments in Anlegerwohnungen zu beginnen? Ist es sinnvoll, jetzt zu kaufen?

Markus Ritters Antwort: “Grundsätzlich kann ich jedem, der die Möglichkeit hat, eine Wohnung als Kapitalanlage zu kaufen, dies empfehlen.” Dazu ist aber anzumerken: Per Definition ist eine Wohnung eine Anlegerwohnung, weil man sie aus dem Motiv der Kapitalanlage heraus erwirbt – man kauft diese also zum Zweck der Vermietung. Hier wären Parameter wie passende Anbieter und Verwalter zu beachten. Weiters seien die eigenen Möglichkeiten zu beachten. Je nach Strategie, die man verfolgt, sei abzuwiegen, wie viel Eigenkapitaleinsatz man aufbringen möchte.

Wie viel die erste Immobilie letztendlich kosten soll, ist nur schwer allgemein zu beantworten. “Das hängt sehr von den persönlichen Möglichkeiten ab”, erklärt Ritter. “Man sollte sich jedenfalls mit dem Kauf der ersten Immobilie nicht übernehmen und nicht sein ganzes Eigenkapital damit verbrauchen, sondern immer darauf achten, eine Reserve an Cash-Kapital zu haben. Demnach muss man sich, um diese Frage zu beantworten, zunächst überlegen: Was kann ich mir leisten? Wie hoch sind meine Ersparnisse? Und wie passt eine Anlegerwohnung in mein Portfolio?”

Crowdinvesting: In Immobilien veranlagen schon ab geringen Summen

Wer noch nicht genügend Eigenkapital für eine eigene Anlegerwohnung hat, kann durch Crowdinvesting dennoch bereits veranlagen. Auf Plattformen wie HOME ROCKET können Anleger*innen bereits ab 250 Euro Investments abgeben und profitieren von attraktiven Fixzinsen.

Anmerkung: HOME ROCKET-Investor*innen der ersten Stunden können sich übrigens gerade freuen – das Projekt “Kirschblütenpark” kann sogar vorzeitig und inklusive voller Verzinsung zurückbezahlt werden.

Weitere Investitionschancen aus der Immo-Branche Deutschlands & Österreichs finden Sie unter folgendem Link:


WARNHINWEIS: Der Erwerb dieser Vermögensanlagen ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Vermögens führen. Der in Aussicht gestellte Ertrag ist nicht gewährleistet und kann auch niedriger ausfallen.

Besteht in Österreich die Gefahr einer Immobilienblase?

Ritter erklärt dazu: “Grundsätzlich besteht die Gefahr einer Immobilienblase immer, da es sich heruntergebrochen um eine fehlende Balance von Angebot und Nachfrage und zu viel Investition handelt. Allerdings ist zu beachten, dass der österreichische Markt ein gut regulierter ist und sich von anderen Märkten, welche für solche Immobilienblasen bekannt sind, unterscheidet. In Österreich oder auch in Deutschland werden solche Blasen, wie sie bereits in Amerika oder Südspanien aufgetreten sind, wohl nie sehen. Natürlich sind “Immobilienblasen” in einer viel geringeren Dimension nicht völlig auszuschließen, jedoch sieht man derzeit keine – besonders nicht bei Wohnimmobilien im städtischen Bereich.”


Wollen Sie noch mehr erfahren? Das gesamte Webinar haben wir Ihnen hier als Aufzeichnung zur Verfügung gestellt.


Weitere ROCKETS Webinare geplant

Mithilfe der ROCKETS Webinar-Reihe bringen wir unterschiedliche Investitions- und Finanzierungsthemen unseren Zusehern informativ näher. Je nach Thema werden Gesprächspartner zu Expertenmeinungen und Einschätzungen eingeladen. Anschließend können auch Sie als Zuseher Ihre Fragen in den Chat stellen, um sie live beantworten zu lassen.

Mit den ersten beiden Folgen der ROCKETS Webinar-Reihe konnten wir mit den Themen “Immobilieninvestments” und “Geldanlage in der Corona-Krise” bereits über 500 Zuseher erreichen. Daher werden wir auch weiterhin Themen in dieser Form für Sie aufbereiten.

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